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Philippinen

Neue Methoden verknüpfen Landwirtschaft mit ökologischem Waldbau

Manila/Stuttgart (Euronatur). Früher abgeholzte und in Kokos-Monokulturen umgewandelte Regenwaldflächen in Südostasien müssen nicht zwingend zu ökologisch katastrophalen Grassteppen werden. Auf der Philippinen-Insel Leyte stellte jetzt die internationale Umweltstiftung Euronatur neu entwickelte Methoden zur Wiederanpflanzung artenreicher Wälder vor.


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Diese helfen – sofern jetzt schnell gehandelt wird – die Erosion und die Landflucht zu stoppen, den Menschen Arbeit zu geben und den drohenden Verlust früher angestammter Tier- und Pflanzenarten zu verhindern.

Zusammen mit DaimlerChrysler sowie der Universität Hohenheim (bei Stuttgart) und der Leyte State University wird von Euronatur als weitere Komponente der Anbau von Naturfasern als Chance für nachwachsende Rohstoffe unterstützt. So werden die Fasern der Wildbanane Abaca, welche in Renaturierungsflächen integriert wird, als Verbundwerkstoff im Automobilbau bei Mercedes eingesetzt.

Wie Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter mitteilte, sei das sogenannte „Rainforestation Farming“ eine Kombination aus angepasster Landwirtschaft und ökologischem Waldbau. Gute Erfahrungen hat das von Euronatur gemeinsam mit der Leyte State University, Philippinen, und der Universität Hohenheim propagierte Konzept auf verschiedenen Philippinen-Inseln erbracht.

Es gelang in überschaubarer Zeit, aus Kokos-Monokulturen artenreiche Wälder entstehen zu lassen, worin die Kleinfarmer nicht nur Früchte und Zierpflanzen anbauen, sondern auch Bambus und Rattan sowie Weichhölzer gewinnen. Nach einigen Jahren können auch die ersten wertvollen Hartholzbäume geerntet werden. Die Referenzflächen umfassen nach Angaben von Euronatur-Regenwald-Experte Prof. Dr. Friedhelm Göltenboth bereits rund 11.000 Hektar.

In die Versuchsflächen sind seltenste Arten wie der Koboldmaki, der kleinste Affe der Welt, sowie Nashornvogel, Flughörnchen und andere seltene Arten wieder zurückgekehrt. Bei der Umweltstiftung Euronatur betont man, dass die Rainforestation-Methode kein Ersatz für die Erhaltung der Primärwälder sei. Sie biete jedoch reelle Chancen, dass die Menschen eben diese ursprünglichen Wälder nicht weiter abholzen, weil ihnen eine klare Alternative gegeben werde und die Urwaldreste wegen ihrer Mutterbäume für Nachzuchten benötigt werden.

Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter: „Wenn wir die Biodiversität bewahren wollen, brauchen wir, viel stärker als bislang, andere Methoden des Naturschutzes. Es genügt nicht, den Menschen zu sagen, dass ein seltener Affe auf einer Palme sitzt. Wenn die Menschen nichts zu essen haben, interessiert sie eine seltene Art recht wenig.“

Nach Ansicht der Umweltstiftung Euronatur muss Armutsbekämpfung viel stärker in das Blickfeld der Umweltarbeit gerückt werden, um der weiteren Bedrohung der biologischen Vielfalt auf der Erde entgegenzuwirken. Mehr denn je gelte es, die Landflucht zu stoppen und die Verelendung der Menschen in den Megastädten aufzuhalten.

Die auf den Philippinen gewonnenen Erfahrungen sind nach Ansicht der Umweltstiftung Euronatur auf weite Teile Südostasiens – insbesondere Indonesien, Malaysia, Thailand, Südchina und andere Länder – wegen der vergleichbaren Gelände- und Witterungsverhältnisse übertragbar.

www.euronatur.org


(Mittwoch, 03.08.)

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