Finanztransaktionssteuer
200.000 Menschen unterschreiben weltweit
(attac). Die weltweite Debatte um eine globale Steuer auf Finanztransaktionen – die Gründungsforderung des globalisierungskritischen Netzwerkes Attac – hat zum G20-Gipfel in Toronto einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Bürgerinnen und Bürger rund um den Globus setzen sich für die Finanztransaktionssteuer ein; mehr als 200.000 Menschen weltweit haben die Forderung bisher unterschrieben.
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| Foto: attac Hanau |
"Die Zeit für die
Finanztransaktionssteuer ist überreif. Die G20 müssen in Toronto endlich
einen ersten Schritt hin zu einer echten Entwaffnung der Finanzmärkte
machen", sagte Detlev von Larcher vom bundesweiten
Attac-Koordinierungskreis. Die Besteuerung des Finanzsektors sei
schlicht eine politische Notwendigkeit, um hochriskante Spekulation
einzudämmen und mehr Geld für die soziale Bewältigung der Krisenfolgen
und den Kampf gegen Armut, Hunger und Klimawandel einzunehmen.
Die gesammelten Unterschriften sind am Mittwoch bei einem nicht
öffentlichen Treffen in Ottawa dem Stab des kanadischen Premierministers
und G20-Präsidenten Stephen Harper überreicht worden. Am morgigen
Freitag folgt eine öffentliche symbolische Übergabe in Toronto.
Die Kampagne "Steuer gegen Armut" und das europäische Bündnis "Make
Finance Work" haben inzwischen 62.000 Unterschriften für die Einführung
einer Finanztransaktionssteuer gesammelt. Dazu kommen 47.000
Unterschriften in Großbritannien, 25.000 Unterschriften in den USA,
11.000 Unterschriften in Kanada und zwei Petitionen in Australien.
66.000 Bürgerinnen und Bürger hatten zudem bereits im Winter eine
Online-Petition für den deutschen Bundestag unterzeichnet. Auch die
180.000 Fans der Facebook-Seite der britischen Robin Hood Tax Campaign
zeigen, welch große Zustimmung die Forderung nach einer
Finanztransaktionssteuer in der Bevölkerung erhält.
"Dass sich hunderttausende Menschen weltweit für ein scheinbar trockenes
Steuerthema einsetzen, ist ein deutliches Signal, dass sie nicht länger
tatenlos auf eine Beteiligung des Finanzsektors an den Krisenkosten und
auf ein krisensicheres Finanzsystem warten wollen. Ausreden gelten nicht
mehr", sagte Detlev von Larcher. Falls in Toronto keine Einstimmigkeit
zu erzielen sei, müsse sich eine Koalition der Willigen zusammenfinden
und mit der Einführung einer Finanztransaktionssteuer in ihren Ländern
vorangehen.
Detlev von Larcher: "Jetzt kommt es darauf an, diese Steuer gegen den
massiven Widerstand der Finanzindustrie durchsetzen. Dafür ist auch
weiterhin massiver Druck aus der Zivilgesellschaft notwendig."
attac-Informationen zur Fiananztransaktionssteuer
Bundesregierung denkt um: Erfolg für Attac bei Transaktionssteuer
"Steuer gegen Armut": Internationale Kampagne für Finanztransaktionssteuer
(Freitag, 25.06.)
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