Engagement gegen Ausgrenzung
Sozialverbände fordern Runden Tisch gegen Armut
Berlin (epd). Die Nationale Armutskonferenz hat Politik und Gesellschaft in einer «Berliner Erklärung» aufgerufen, mehr Engagement im Kampf gegen die Armut zu zeigen. «Soziale Gerechtigkeit muss bei allen ankommen», sagte der Sprecher der Armutskonferenz, Wolfgang Gern. Er sprach sich für einen Runden Tisch gegen Armut aus, an dem Politiker, Verbandsvertreter und Betroffene mitwirken.
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| Viele Menschen zeigen sich solidarisch: Armutsaktion von Caritas und Nationaler Armutskonferenz in Berlin (Foto: DCV / Boos) |
In die Erklärung seien die Ergebnisse einer zweitägigen
Zusammenkunft von Betroffenen in der Bundeshauptstadt eingeflossen.
Knapp 200 Teilnehmer hatten zuvor unter dem Motto «Gegen Armut und
soziale Ausgrenzung - Akteure im Dialog» Wege diskutiert, wie sich
die Spaltung der Gesellschaft überwinden lässt.
Gern sagte, «gesetzliche Bestimmungen müssen daraufhin überprüft
werden, inwieweit sie negative Auswirkungen auf Menschen mit geringem
Einkommen haben und Armut verschärfen». Das Grundgesetz schreibe vor,
«dass in unserer Gesellschaft ein menschenwürdiges Existenzminimum
gewährleistet wird», so der Theologe, der auch Chef des Diakonischen
Werkes in Hessen und Nassau ist.
«Wer Hilfe braucht, muss mit Respekt und Würde behandelt werden.
Jeder Mensch hat ein Recht, in Würde zu leben und an der Gesellschaft
teilzuhaben», sagte die stellvertretende Sprecherin der
Armutskonferenz, Michaela Hofmann. Sie setzte sich für ein
Sozialprogramm ein, das arme Bürger zur Teilhabe befähigt und das
soziale und kulturelle Existenzminimum verlässlich sichert.
[b]Hintergrund: Die Nationale Armutskonferenz[/url]
Berlin (epd). In der Nationalen Armutskonferenz (NAK) haben sich
Diakonie, Caritas, Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz (DRK),
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband (DPWV) und die
Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zusammengeschlossen.
Mit zum Bündnis gehören auch Selbsthilfeorganisationen und
Fachverbände wie der Bundesverband Deutsche Tafel sowie der Deutsche
Gewerkschaftsbund (DGB). Die Konferenz gründete sich 1991 als
deutsche Sektion des Europäischen Armutsnetzwerkes.
Die NAK will dazu beitragen, «das Armutsproblem zu überwinden
beziehungsweise die Selbsthilfeansätze der von Armut betroffenen oder
bedrohten Menschen unterstützen». Dazu betreibt das Netzwerk vor
allem Politikberatung. Außerdem werden Tagungen organisiert und
Kampagnen vorbereitet. Zudem erstellt die NAK auch eigene
sozialpolitische Bilanzen.
Als Teil des europäischen Armutsnetzwerkes «European Anti Poverty
Network» sieht die NAK ihre Aufgabe auch darin, die Sozialpolitik auf
europäischer Ebene mitzugestalten. Dies geschieht etwa über die
Teilnahme an Veranstaltungen der EU-Kommission oder durch das
Mitwirken an Konferenzen und Seminaren des grenzüberschreitenden
Netzwerkes.
Die Nationale Armutskonferenz unterhält eine Geschäftsstelle in
Berlin. Sprecher der NAK ist Wolfgang Gern, Chef des Diakonischen
Werks in Hessen und Nassau. Seine Stellvertreterin ist Michaela
Hofmann, Referentin für Armutsfragen beim Diözesan-Caritasverband für
das Erzbistum Köln.
www.nationale-armutskonferenz.de
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(Donnerstag, 24.06.)
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