Ölkatastrophe
Umweltschützer rufen zum Tankstellen-Boykott auf
München (epd). Die Münchner Umweltorganisation «David gegen Goliath» hat angesichts der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko zum Boykott von BP-Tankstellen aufgerufen. Als «Zeichen des Protestes» sollten die Verbraucher die Tankstellen von BP, Aral und Castrol boykottieren, bis das Bohrloch verschlossen sei.
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| Bild: David gegen Goliath e. V. - Daniel Jetten / Wikipedia |
Nachdem der Ölkonzern das Bohrloch bislang
nicht geschlossen und die Öffentlichkeit mit geschönten Informationen
«vorsätzlich getäuscht» habe, müssten die Verbraucher nun ein Zeichen
setzen, heißt es in einem offenen Brief des Vereinsvorsitzenden
Bernhard Fricke an die BP-Konzernleitung, der am Montag
veröffentlicht wurde.
Ein weiteres Nichtstun «wäre eine Sünde und ein
Versagen unserer Verantwortung für unsere Schöpfung», so Fricke weiter.
Auch im Internet haben verschiedene Gruppierungen zum
Tankstellen-Boykott aufgerufen. Die Gruppe «Boycott BP» im sozialen
Netzwerk Facebook wird von rund 700.000 Fans unterstützt. Im Internet
rief die US-amerikanische Rockgruppe «Korn» andere Musiker dazu auf,
bei Tourneen kein Benzin von BP-Tankstellen zu zapfen. Lady Gaga und
die Backstreet Boys wollen sich den Angaben der Band zufolge an der
Aktion beteiligen.
Die Umweltorganisation Greenpeace wendet sich gegen den
Tankstellen-Boykott. Sie fordert statt dessen eine generelle
Neubewertung von Tiefseebohrungen und die Einrichtung eines
Entschädigungsfonds. Verbraucher könnten aber durchaus etwas
unternehmen: Sie sollten die Konzerne brieflich dazu auffordern, ihre
Bohrpolitik zu verändern. Außerdem sollten die Verbraucher weniger
Auto fahren und ihren eigenen Energieverbrauch kritisch überprüfen,
so Greenpeace.
Mit der Boykott-Aktion erhoffen sich die Organisationen einen
ähnlichen Erfolg wie vor 15 Jahren: Damals hatten Autofahrer
Shell-Tankstellen boykottiert und damit erreicht, dass die
ausrangierte Ölplattform «Brent Spar» des Ölkonzerns nicht im
Nordantlantik versenkt, sondern an Land zerlegt wurde.
David gegen Goliath e.V.
(Montag, 21.06.)
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