Appell zur Hungerbekämpfung
Hilfswerke fordern Einhaltung von Zusagen
Berlin (epd). Hilfswerke und Politiker aller Bundestagsfraktionen haben die Regierung aufgefordert, ihre finanziellen Zusagen zum Erreichen der Entwicklungsmillenniumsziele einzuhalten. «Die Regierungen des Nordens dürfen über ihre eigenen Wirtschafts- und Finanzkrisen die gemachten Zusagen an die Armen in den Entwicklungsländern nicht vergessen», betonte die Präsidentin der Welthungerhilfe, Bärbel Dieckmann
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| Foto: Welthungerhilfe |
Es seien
bereits Fortschritte bei einigen Zielen wie dem Zugang zu
Grundschulbildung oder zu sauberem Wasser zu verzeichnen, erklärten
die Obleute des Bundestagsunterausschusses Vereinte Nationen am
Mittwoch gemeinsam. Dies belege, dass die Ziele mit der richtigen
Politik in den Entwicklungsländern und ausreichend Investitionen und
internationaler Unterstützung erreichbar seien.
Welthungerhilfe-Präsidentin Dieckmann erklärte, die internationale
Staatengemeinschaft dürfe sich nicht damit abfinden, dass 1,4
Milliarden Menschen auch zukünftig ein Leben ohne Perspektive
führten, hungerten, ihre Kinder nicht in die Schule schickten und
früh stürben, weil keine Kliniken oder Ärzte erreichbar seien.
Zusammen mit Hilfswerken in den Entwicklungsländern forderte die
Welthungerhilfe einen konkreten Aktionsplan, der vom UN-Gipfel im
September verabschiedet werden soll. Bei dem Treffen soll zehn Jahre
nach der Verabschiedung der Entwicklungsziele Bilanz gezogen werden.
Auf dem UN-Millenniumsgipfel im September 2000 verpflichteten sich
Vertreter von 191 Staaten auf konkrete Ziele zur Überwindung von
Armut, Hunger und Analphabetentum und zur Bekämpfung von Krankheiten
bis 2015.
Die Bundesregierung müsse zudem dafür sorgen, dass auch die
anderen Geberländer sich verbindlich verpflichteten, die zugesagten
Gelder bereitzustellen, erklärten die Obleute, zu denen auch die
frühere Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD)
gehört. Denn nur mit einem noch in diesem Jahr vereinbarten
weltweiten Aktionsplan könnten die Entwicklungsziele noch erreicht
werden. Der Gipfel solle ein Rahmenwerk mit einem Zeitplan
verabschieden, das weltweite Hilfszusagen zusammenführe, eine
Effizienzsteigerung der Mittel bewirke und Instrumente zur
Überprüfung bereithalte.
2005 hatten sich die G-8-Staaten verpflichtet, 2010 rund 154
Milliarden US-Dollar an staatlicher Entwicklungshilfe zu leisten.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon zufolge bedürfe es darüber hinaus noch
weiterer 35 Milliarden Dollar. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)
und Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP) hatten zuvor
erklärt, an dem Ziel festzuhalten, die deutsche Entwicklungshilfe bis
2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu steigern. Beide
bezeichneten diese Verpflichtung jedoch als «schwierige Aufgabe».
(Donnerstag, 17.06.)
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