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Verbandschef:

Deutschland muss Behinderte besser integrieren

Berlin (epd). Der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer, hat die nach wie vor erheblichen «Barrieren des Alltags» für Behinderte in Deutschland beklagt. Anlässlich des am Mittwoch in Berlin beginnenden Weltkongresses zur Integration Behinderter sagte Bauer im Deutschlandradio Kultur, Bund und Länder täten sich «sehr schwer» damit, anzuerkennen, dass hier noch Handlungsbedarf bestehe.


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So habe sich seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention im vergangen Jahr nicht viel getan.

Dies liege nicht nur an der finanziellen Situation von Bund, Ländern und Kommunen, sondern zum Teil auch an «ideologischen Barrieren», sagte Bauer, der auch Sprecher des Deutschen Behindertenrates ist. Der Verbandschef verwies darauf, dass andere europäische Länder in ihrer Politik gegenüber Behinderten weiter fortgeschritten seien als Deutschland: «Unsere europäischen Nachbarn sind fast alle aufgeschlossener gegenüber Behinderten.»

So würden in Deutschland beispielsweise nur etwa 15 Prozent aller Kinder mit Behinderungen in Regelschulen unterrichtet, während dies anderswo zwischen 80 und 100 Prozent seien. Auch bei der beruflichen Ausbildung seien Behinderte vom dualen System der Berufsausbildung weitgehend ausgeschlossen. Über 90 Prozent würden in Sondereinrichtungen ausgebildet. «Das zeigt, dass wir noch ganz erheblich uns bewegen müssen», sagte Bauer.

Der Verbandsvorsitzende mahnte eine «intensive politische Anstrengung» an, um die Situation zu verbessern. Deutschland könne es sich nicht leisten, einige hunderttausend junge Menschen «auszugliedern», so Bauer.

Sozialverband Deutschland


(Mittwoch, 16.06.)

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